Das Kiefergelenk – oft vergessen……

Eine Reihe von Krankheitsbezeichnungen, wie Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (CMD), orofaziales Syndrom (OFS), Kiefergelenksathralgien oder Myoathropathien, beschreiben die Syndrome rund um das Kiefergelenk. Oft vergessen und mit seiner zentralen Lage im Gesichts- bzw. Gehirnschädel kann das Kiefergelenk, neben lokalen Problemen wie Schmerzen beim Kauen und Mundöffnen oder Gelenksknacken, auch Kopf- oder Gesichtsschmerzen verursachen.  Einflüsse auf weiter entfernte Körperregionen wie Schultergürtel ,der gesamten Wirbelsäule oder dem Beckenring, können ebenfalls auftreten.

Eine manualtherapeutisch-osteopathische Begleittherapie ist auch bei Zahnregulierungen bzw. nach kieferchirurgischen Eingriffen angezeigt. Wir arbeiten desshalb auch mit niederlassenen Kieferorthopäden bzw.- Kieferchirurgen, Zahnärzten, sowie der Zahnklinik des LKH Graz zusammen, um ein bestmögliches Therapieergebnis zu erreichen.

Der Zusammenhang zwischen Biss und Körperhaltung wird in der Physiotherapie mit dem Patienten erarbeitet und wenn notwendig korrigiert.

Nicht zu letzt sollte das Kiefergelenk auch im Spannungsfeld der Psyche betrachtet werden. Zähneknirschen, Beissen, oder immer wieder stark verspannte Kau- und Nackenmuskulatur können   auf negativen Stress und innneren Spannungen hinweisen, die mit Hilfe von Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen positiv beinflusst werden können.

Text von Chris Bierstedt MSc,PT