Resilienz – seelische Widerstandskraft

Was macht es aus, dass manche Menschen mit negativem Stress und hohen Belastungen erstaunlich gut umgehen können?
Wodurch wird unsere seelische Widerstandskraft bestimmt?

Einerseits gibt es biologische Faktoren, unsere sogenannte genetische Veranlagung.
Als Beispiel dazu kann genannt werden, dass bei Menschen, die eine hohe Resilienz aufweisen,
die Ausschüttung von Stresshormonen nach einer extremen Belastung rasch wieder absinkt.
Herz- Kreislauferkrankungen sind z.b. bei diesen Menschen seltener.
Gleichzeitig erholen sie sich auch schneller von belastenden Situationen.

Die gute Nachricht dazu: „schlechte Gene“ können durch gute Umweltfaktoren wieder neutralisiert werden.

Soziale Beziehungen sind hier sehr wichtig. Ein stabiles soziales Netz wie partnerschaftlicher/familiärer Halt und/oder auch ein guter Freundeskreis sind maßgeblich unterstützend.
Auch eigene soziale Kompetenzen, wie Empathie (Mitgefühl) als auch die Fähigkeit für andere Menschen da zu sein, wirken sich sehr zum Guten für die eigene Widerstandsfähigkeit gegen die Widrigkeiten im Leben aus.
Diese Verbundenheit mit seinen Mitmenschen ermöglicht auch, sich besser im Leben verankert zu fühlen und bietet emotionalen Halt und ein positiveres Selbstbild.

Resiliente Menschen erleben, genauso wie andere auch, Trauer und Schmerz. Allerdings gehen sie konstruktiver mit diesen Gefühlen um. Sie sehen sich weniger als Opfer, sondern sie übernehmen Verantwortung und lassen bei Bedarf auch Unterstützung und Hilfe von außen zu.
Letztendlich können sie die Krise auch als Chance für eigenes Wachstum und Neuorientierung sehen.

Dies ermöglicht bei neuerlichen problematischen oder schwierigen Ereignissen im Leben bereits auf etwas, das man bewältigen konnte, zurückgreifen zu können. Bereits dieser Umstand wirkt stärkend.

Und ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist: Sport bzw. körperliche Aktivität, alles was in diesem Zusammenhang begeistert und Freude macht.
Wie auch eine ausgewogene Ernährung.
Ein aktiver Lebensstil, stärkt den ganzen Menschen.

Die Stärkung der eigenen seelischen Widerstandsfähigkeit ist ein (Lern-) Prozess, wo es neben Fortschritten auch Rückschritte oder besser formuliert „Ehrenrunden“ gibt und geben darf.
Was genau einer Person in einer kritischen Situation hilft, ist individuell sehr unterschiedlich.
Hier gilt es für jeden einzelnen herauszufinden, was genau ihm diesbezüglich hilft bzw. was sich schon bewährt hat.
Resilientes Verhalten ist erlernbar, wenn es auch Zeit und Durchhaltevermögen braucht.
Die Belohnung ist eine andere (positivere) Sicht auf das Leben und seine vielfältigen Möglichkeiten.

von Margit Auner